Wehrlos

Es gibt Zeiten, die scheinen ausweglos. Manchmal ist es ein riesiges Problem, bei dem man nicht weiter weiß, manchmal ist es die Anzahl der Probleme, die einen schier erdrückt.

In den meisten Fällen helfen mir zum Glück meine eigene Erfahrung, sehr gute Freunde und natürlich die Familie. Manchmal sind es konkrete Tipps, manchmal ist es einfach das Gefühl des Rückhalts.

Und wenn das alles noch nicht reicht, kommen auch noch Freunde mit Problemen an. Dann verdränge ich alles, was ich an der Backe habe und versuche, zu helfen. Ein „ich hab genug um die Ohren“ gab es bei mir nie. Aber ich finde, genau das zeichnet eine Freundschaft aus.
Oft hilft einfach die Sicht von außen auf ein Problem oder eben der o. g. Rückhalt.

Das alles lässt sich aber relativ einfach bewältigen. Man muss den Kopf frei kriegen oder ein freier Kopf hilft von außen mit einer Idee. Egal, ob Finanzen, Arbeit, Wohnung, da gibt es fast immer irgendeine Lösung.

Und dann, wenn man für sich selbst eine klare Linie gefunden und allen Freunden einen Weg aufgezeigt hat, ja dann kommt ein Ereignis, das man nicht eingeplant hat und nicht beeinflussen kann. Es geht um Emotionen. Der Versuch, Emotionen zu steuern ist in etwa so, als versuche man die Mondphasen zu ändern.
Es geht – wer hätte das gedacht – um eine Frau.

Vor ein paar Monaten kennen gelernt, gleich sympathisch, verstanden wir uns von Anfang an gut. Unser Humor ist ähnlich, unsere Gespräche gehen von ernsthaft bis zu völlig albernem und verrücktem Nonsens. Top!

Ihr attraktives Äußeres fiel mir natürlich auch auf, aber mehr war dann auch nicht dabei.

In der letzten Zeit bemerke ich aber, dass ich immer mehr auf kleine Details bei ihr achte. Bemüht bin, dass es ihr gut geht, versuche, zu helfen und einfach ihre Nähe genieße.
In den unmöglichsten Situationen denke ich an sie, ich sauge jeden Blick und jedes Gespräch förmlich auf. Ein nettes Wort, so unbedeutend es sein mag, ist Balsam für meine Seele. Ich liebe ihr Lachen, ihre Augen, ihr Haar, ihren anmutigen Gang. Wenn sie abwesend in die Gegend starrt, würde ich sie am liebsten in den Arm nehmen und mit ihr einfach irgendwohin flüchten. Ins Grüne, an einen Strand, nur sie, ich, Ruhe und Entspannung.

Dabei fühle ich mich wie ein 14-Jähriger. Hilflos und wehrlos ob meiner Emotionen. Mein Verstand sagt „das passt nicht, komm mal klar, Junge!“.
Aber was interessiert das Herz schon die Meinung des Hirns.

Und so ertappe ich mich dabei, wie ich sie manchmal einfach anstarre. Ohne zu wissen, ob sie etwas Ähnliches oder überhaupt etwas mehr für mich empfindet. Ich deute jede Kleinigkeit und mache mich damit nur noch verrückter.
Was und wie schreibt sie mir Nachrichten? Sieht sie mich an, wenn sie sich von einer Gruppe verabschiedet? Wie verhalte ich mich richtig? Hat sie schon etwas bemerkt? Wenn ja, ist es ihr unangenehm? Oder wartet sie, bis ich Idiot endlich mal einen Schritt wage? Haben andere in unserem Kreis schon etwas bemerkt?

Ich bin wieder 14. Meine Emotionen kann ich nicht steuern, bin wehrlos ob meiner Emotionen. Damals hab ich dann vielleicht mal eine Mathearbeit verhauen, weil mein Herz meinen Verstand zu sehr beschäftigte. Heute muss ich umschalten und mich auf andere Aufgaben konzentrieren. Aber es gibt immer mal wieder eine Gelegenheit, um abzuschweifen. Und dann denke ich wieder an sie.

Und bin wieder wehrlos.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s