Facebook – ein Paradies für Stalker

Facebook – ein Paradies für Stalker

Ich habe bei meiner Suche (Feigheit wird bestraft – Ein unfreiwilliges Social Media Experiment) nach der Herzdame leider etwas feststellen müssen. Viele geben zu viele Informationen über sich auf ihren Profilen preis. Und das ist gefährlich! Vor allem für Frauen!

Meine Suche fing ja nur mit wenigen sehr vagen Infos an. Ich kannte weder ihren Namen, noch habe ich mir das Kennzeichen ihres Autos gemerkt, keine Telefonnummer nichts. Ich hatte Ort und Event, ein Piercing und ein Tattoo.

Über die Event-Seite auf Facebook habe ich verschiedene Teilnehmer angeschrieben, eine Suche auf einer Spotted-Seite gepostet, diese Suche weitergeleitet. Letztendlich habe ich sie über die Teilnehmerliste gefunden. Leider vergeben, somit war die Suche ohne positives Ergebnis.

Im Nachhinein wurde mir aber bewusst, dass mir wildfremde Menschen bei meiner Suche geholfen haben und dass die Dame sehr viel auf ihrem Profil preisgab. Über ihren Facebook-Namen wusste ich das Geburtsjahr, sie hatte ihren Arbeitgeber angegeben. Über den einen oder anderen Freund kannte ich zumindest die Region, in der sie wohnte (habe aber nicht näher nachgeschaut, da dies für mich irrelevant war).

Meine Intention war, die Dame zu finden und kennenzulernen. Wie gesagt, leider ist sie vergeben. Ich entschuldigte mich für den Aufwand, den ich über die sozialen Netzwerke bei der Suche nach ihr betrieb und wünschte alles Gute.
Aber leider handeln nicht alle Menschen so. Und gerade Frauen sollten meiner Meinung nach vorsichtiger mit ihren Angaben auf Facebook sein.
Nicht jeder Mann führt nur Gutes im Schilde, wie ich es tat. Leider gibt es Geschlechtsgenossen, die Frauen als Freiwild betrachten, die sie verfolgen und nur Schlechtes im Sinn haben.

Bevor jetzt jemand dem Genderwahn verfällt und meint: „Auch Männer werden gestalkt!“
Ja, auch Männer werden gestalkt. Aber deutlich weniger oder zumindest besteht bei Männern seltener die Gefahr für Leib und Leben.
Leider bekomme ich berufsbedingt sehr viel mit, was Gewalt und sexuelle Übergriffe auf Frauen angeht.

Warum kam keiner bei mir auf die Idee, dass ich vielleicht ein krankes Arschloch sein könnte? Die Menschen waren zu gutgläubig! Ich habe nett und höflich formuliert, meine Suchanzeige fanden einige süß. Aber keiner kannte mich persönlich. Auch Vergewaltiger und Mörder können nett schreiben. Das weiß man nie, wenn man nur liest.

Deswegen empfehle ich Frauen: Gebt auf Facebook nie Euren Wohnort an, keinen Arbeitgeber, keine Handynummer, keine E-Mail-Adresse, verbergt Eure Freundesliste, gebt Fotos nur für Freunde frei und nicht für alle, macht Euer Profil so richtig dicht. Achtet auch auf Euren Facebook-Namen. Manche geben „vorname.nachname.geburtsjahr“ an. Lasst Eure Schule weg. All das sind Möglichkeiten, mehr über Euch zu erfahren und das geht schließlich nicht jeden etwas an. Nur weil Facebook Euch oft dazu auffordert, mehr von Euch im Profil anzugeben, sie brauchen es für ihre Werbung. Damit verdienen sie Geld. Wenn Ihr Eure Daten gar nicht erst angebt, macht Ihr es Stalkern umso schwerer.

Ich will damit niemandem Angst machen. Auch keine Paranoia verbreiten. Und ja, es wurde schon oft davor gewarnt, nicht alles von sich in sozialen Medien preiszugeben.
Aber ich habe jetzt selbst erlebt, wie einfach es sein kann, jemanden zu finden.

Ich weiß aber, wie man sich Frauen und anderen Menschen gegenüber verhält. Aber eben nicht jeder und dann kann es gefährlich werden.

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2 Kommentare zu “Facebook – ein Paradies für Stalker

  1. Die meisten akzeptieren, dass die Frauen in der westlichen Welt kein Kopftuch tragen. Aber eben nicht jeder. Deswegen sollte Frauen in der westlichen Welt ein Kopftuch tragen. Dann sind sie sicher.

    Mich stört an deinem Beitrag, dass du den Menschen – nein, konkret den Frauen – sagst, was sie tun sollen. Das wirkt nicht schützend, sondern bevormundend, weil du dich von persönlichen Erfahrungen scheinbar stark einnehmen lässt. In meinem Augen sollte man sich gerade nicht einschränken lassen, weil es ein paar Spinner gibt. Man sollte meiner Meinung nach genau deshalb das tun, was man selbst für richtig hält. Ob das die Freigabe der Daten ist, muss jeder für sich selbst entscheiden.

  2. Danke für Deinen Kommentar.
    Frauen zu bevormunden war nicht meine Intention. Wie beschrieben kriege ich leider mit, wie viel mehr Frauen mit Stalkern und Übergriffen zu tun haben. Deswegen rate ich zur Vorsicht. Ich rate, ich bevormunde nicht. Das steht mir nicht zu.
    Wer sein Profil in welcher Form auch immer dicht oder alles öffentlich zugänglich macht, muss jeder selbst entscheiden. Selbstverständlich können Männer genauso ausspioniert werden. Aber da ist die Gefahr für Leib und Leben statistisch gesehen deutlich geringer.
    Ich sage auch nicht, dass sich Frauen verstecken oder ein Kopftuch tragen sollen. Aber muss es jemandem so leicht machen wie auf Facebook?
    Das war sehr einfach!
    Mir geht es um Schutz, weil das Thema viele auf die leichte Schulter nehmen. Nicht um Bevormundung.

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