Vom Buhlen, Körbe sammeln und anderen Spielchen

(Erstveröffentlichung am 24. Juli 2010)

Es war einmal ein junger Mann, der sich aufmachte, die Frauenwelt zu erobern.

Unbekümmert wie er war suchte er sich ein hübsches Mädel aus der ganzen grauen Masse heraus und sprach sie an. Wie sollte es anders sein. Sie lehnte ihn ab. Sie erwartete eine Symbiose aus Tom Cruise und Rockefeller. Er war leider nur ein Junge vom Dorf mit Sehnsüchten und Hoffnungen, die hiermit zerbrachen.

Er sah allerdings, dass die eine oder andere Frau, die ihm gefiel, mit Männern zusammen war, die keineswegs perfekt waren. Weder was von Tom Cruise, noch von Rockefeller hatten. O.K. beobachten und lernen, dachte er sich.

Er unterhielt sich mit anderen Freunden und Freundinnen, um zu lernen, wie das andere Geschlecht tickt. Wie man an sie ran kommt. Sah sich Filme an, die Frauen so sehr lieben. Versuchte rauszufinden, was für ein Typ Mann man sein muss, um die Frau seines Herzens zu erobern.

Es war der etwas verwegene Abenteurer, schlank, gut aussehend, ein Rebell. Also James Dean in Reinkultur. O.K. Rockefeller muss doch nicht sein.

Dann kamen allerdings verwirrende Aussagen dazu wie: „Sein Aussehen ist mir egal, er muss witzig sein.“ Otto Waalkes? Mike Krüger?

Musiker haben allerdings auch sehr viele weibliche Fans. Er erinnerte sich daran, warum er eigentlich anfing Musik zu machen. Er sah wie die Beatles Frauenherzen höher schlagen ließen nur mit ihrer Musik und keiner großen Bühnenshow oder albernen Tanzeinlagen.

Er versuchte alles, zuhören, Musik, Poesie, Humor, Romantik. Es half nichts. Er bekam einen Korb nach dem anderen. Im Laufe seines Lebens wahrscheinlich mehr als Michael Jordan geworfen hatte…

Er war immer nur der gute / beste Freund. Jemand zum ausheulen. Aber niemand für eine Beziehung. Die Frauen fielen eine nach der anderen immer auf die Arschlöcher rein. Auf Männer, die sie ausnutzen, nur Sex wollten. Ihnen nicht die nötige Aufmerksamkeit schenkten, sie mies behandelten. Aber jegliche Hilfe seinerseits wurde nicht angenommen.

Neuer Plan: Frauen wollen einen straighten Typen. Der weiß was er will und diese Willenskraft auch zeigt und ausstrahlt. Wie wird man vom netten Mann, vom guten Menschen zu dem harten Kerl, denn die Frauen wollen? Ein Kompromiss musste her. Er war ja noch nie das willenlose Weichei für das er oft gehalten wurde. Es war eher eine aus einem übersteigerten Harmoniebedürfnis Kompromissbereitschaft.

O.K. Kompromisse sind wohl in dem Umfang nicht erwünscht. Der Typ, der sie auf auf Rosen bettet anscheinend auch nicht. Insgeheim schon, aber dieser Typ Mann kommt ja gar nicht soweit.

Kleine Schritte sind einfacher als eine radikale Charakteränderung. Man muss nicht von heute auf morgen zum Arschloch werden, das klappt nicht. Man könnte es spielen, aber das klappt wiederum nicht auf Dauer. Also arbeitete er daran. Besinnt sich auf seine Stärken, was er kann. Bleibt dabei trotzdem höflich, nett und freundlich. Lässt aber immer mal wieder raushören, dass er sich nicht alles bieten lässt und durchaus mal eine klare Ansage machen kann. Also keine komplette Transformation zu einem Arschloch, denn das wollte er nie sein. Dafür waren ihm seine guten Eigenschaften doch zu wichtig. Außerdem waren diese Eigenschaften auch ein Grund für seinen Freundeskreis. Alles aufgeben, um die unsinnige Gefühlswelt der Frauen erfolgreich zu betreten? Nein! Man muss sich selbst treu bleiben. Also immer noch der gute Mensch mit all den Fehlern, die jeder von uns hat, aber einfach etwas selbstbewusster. Das Wissen, nicht alles zu können, aber vieles lernen zu können ist in solchen Situationen Gold wert.

Dann kam die nächste Frau, die ihm sein Herz raubte. Und schon war alles wieder vergessen, was er sich über Monate hinweg antrainiert hat. Er war unsicher. Zeigte es zumindest ihr, den meisten Freunden und Kollegen gegenüber nicht, aber ein paar wenige waren eingeweiht und wussten, er ist wieder ein 14 jähriger Schüler vor seiner ersten Stehbluesparty…

Nach anfänglichen Zeichen ihrerseits, die von ihm eher aus der Hoffnung heraus positiv gedeutet wurden kam dann eine gewisse Stille.  Zeichen, ein tolles Thema. Die Zeichen der Frauen. Wer versteht sie? Nicht einmal andere Frauen werden aus ihren Geschlechtsgenossinnen schlau. Natürlich ist jeder Mensch anders. Aber bei Frauen scheint das eine ganz komische Seite der Natur zu sein.

Die einen sind sich selbst total unsicher. Will er was von mir? Ist es ihm ernst? Oder will er nur mit mir ins Bett? Andere sehen einem Mann sofort an, wenn er etwas für sie empfindet. Würden aber nie direkt zulassen, dass er merkt, herzlich willkommen zu sein. Sie wollen umgarnt werden. Sie wollen, dass er sich Mühe gibt, sie zu erobern. Sie spielen…

Die Gefahr dabei: Wenn er irgendwann die Schnauze voll hat von diesen Spielchen, gibt er schneller auf, als es ihr lieb ist. Was passiert dann? Er denkt sich: „Scheiß Taktik-Spielchen!“ und sie denkt: „Es war ihm wohl doch nicht wirklich ernst, sonst hätte er nicht aufgegeben!“

So finden beide nicht zueinander, obwohl es hätte passen können. Wozu also diese Taktiken? Wozu diese Spielchen? Was wollen Frauen damit herausfinden? Die Ernsthaftigkeit einer Beziehung lässt sich sowieso nicht am Anfang feststellen. So etwas braucht Zeit, eine große Portion Grundvertrauen, man muss sich auf den Partner einlassen können. Natürlich besteht die Gefahr, dass es auseinander geht und einer von beiden sehr unter der Trennung leidet. Aber ist es nicht besser geliebt zu haben, durch die Trennungserfahrung bei der nächsten Liebe verschiedene Dinge besser zu machen, als durch zu nichts führenden Taktierereien gleich alles im Keim zu ersticken, was vielleicht wunderbar geworden wäre?

Genau mit dieser Einstellung und einer guten Portion Nüchternheit sieht er es. Aber die Frauen eben nicht. Es bleibt die Frage offen, wie man es am besten anstellt? Wie macht man die seine Herzdame am besten an. Gleich mit der Tür ins Haus fallen? Nein, die Schüchternen verschreckt es zu sehr, egal was sie für ihn empfinden. Die „toughen“ Frauen reagieren aus einem übertriebenen Gefühl von „ich muss mich behaupten“ ebenfalls eher suboptimal. O.K. der richtige Zeitpunkt muss abgepasst werden. Man muss die Trumpfkarte spielen bevor man zum guten Freund wird, aber man sich schon gut genug kennt, um solch ein Thema anzusprechen.

Gibt es diesen Zeitpunkt überhaupt? Bestimmt. Aber wer bestimmt ihn? Der Mann? Nein, die Frau entscheidet, wann der richtige Zeitpunkt ist. Aber woher soll er es wissen? Zeichen der Frauen erkennen? Es ist wahrscheinlich realistischer dem Papst ein Doppelbett zu verkaufen, als den „Code der Frauen“ zu knacken.

Fazit: Liebe Frauen, ihr habt die Wahl. Wollt ihr weiterhin Männer testen, die im ersten Moment toll sind, Euch aber dann das Herz brechen, weil sich hinter der interessanten Fassade doch nur ein Arschloch verbirgt? Oder nehmt ihr lieber den Mann, der ganz sicher der bessere Mensch ist  aber nicht so offensichtlich zum Angeben vor den Freundinnen taugt?

Ab einem bestimmten Alter sollte man meinen, dass sich eine gewisse Vernunft einstellt. Bei beiden Geschlechtern. Es ist aber zu beobachten, dass beide weiterhin total unvernünftig von einem Unglück direkt auf das nächste zusteuern. Beratungsresistent, nicht lernfähig. So gehen die meisten durchs Leben. Die Frau träumt vom Prinzen auf dem Schimmel, der Mann von der perfekten Symbiose des besten Freundes, der Liebhaberin und dem Mädchen, dass er beschützen kann, weil er sich dann als Held fühlt. Ja, ein bisschen Steinzeit ist auch noch im heutigen Manne drin. Bei manchen mehr bei manchen weniger, aber das ist eine andere Geschichte.

Was tun beide, anstatt ihren Traum mit dem einen oder anderen Kompromiss wirklich werden zu lassen? Genau das Gegenteil. Frauen geben sich Männern hin, die überhaupt nichts mit ihrem Traum zu tun haben. Sie picken sich die Typen raus, die tough, etwas rebellisch, geheimnisvoll und verwegen sind, die ihnen aber nur zum wiederholten Male das Herz brechen. Und Männer? Sie stürzen sich meistens auf die falsche Frau, verpassen den richtigen Zeitpunkt oder gehen zu schnell vor und verschrecken die Frau.

Etwas mehr Sachlichkeit, nüchterne Betrachtungsweise der eigenen Bedürfnisse, was will man wirklich haben, das alles würde beiden sehr gut tun. Kompromissbereitschaft von beiden bis zu einem gewissen Grad. Nicht nur das Wir, sondern auch eine Portion Ich. Gemeinsamkeiten UND eigene Interessen. Das ist wichtig.

Sonst bleibt alles wie es ist: Frauen kommen mit Männern zusammen, weil sie hoffen, sie ändern sich. Männer kommen mit Frauen zusammen, weil sie hoffen, sie ändern sich nie. Beide haben unrecht…

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