USA – der beste Urlaub meines Lebens

(Erstveröffentlichung am 06. Juni 2011)

Der beste Urlaub meines bisherigen Lebens ist vorüber. 17 Tage und 4.500 km durch die USA. Genauer gesagt führte mein Weg mich durch Kalifornien und Nevada. Durch Metropolen, wunderschöne Landschaften und sämtlichen Wetterlagen. Sandsturm in der Wüste, Sonnenschein, Regen und Schnee.

Los ging es in San Francisco. Der Herr der Homeland Security beim Einlass nach dem Flug hielt einen kleinen Smalltalk während er meine Fingerabdrücke und Personalien aufnahm. Nett und zuvorkommend.

Der Flughafen war mit Teppich ausgelegt. Hm, andere Länder, andere Sitten.

Vor dem Flughafen dann der erste Eindruck des Traumlandes. Es war schon abends, die Sonne ging hinter den Hügeln San Franciscos unter. Tief rot, einfach wunderschön. Während wir auf unseren Hoteltransfer warteten fuhren typisch amerikanische Autos an uns vorbei. Überdimensionale Escalades und Dodge Rams. Zwischendurch immer wieder ein Toyota Prius. Das wohl meist verkaufte Auto in den USA, wie sich im Verlaufe der Reise heraus stellen sollte.

Unser Hotel lag nicht gerade in der besten Gegend. Sofort kamen mir Gendanken wie Slums, Gangs, bloß nicht abends raus gehen in den Sinn. Der kleine Abenteurer in mir brachte mich aber trotzdem auch in der Dunkelheit auf die Straßen von San Francisco. Die eine oder andere Gestalt sah schon etwas finster aus. Aber sie haben uns Touristen keinerlei Beachtung geschenkt. Klischee vom gefährlichen Amerika nicht erfüllt!

Die scheinbar wirklich gefährliche Gegend war nur eine Querstraße von unserem Hotel entfernt. Jedenfalls wurde Touristen davon abgeraten, abends dahin zu gehen. Wir haben davon nichts bemerkt.

Zwei volle Tage hatten wir Zeit die Stadt an der weltberühmten Golden Gate Bridge zu erkunden. Wir sind natürlich mit dem Cable Car gefahren, waren in der verschlungenen Lombard Street und natürlich an Pier 39. Alcatraz und die berühmte Brücke durften natürlich nicht fehlen. Rein als Sight-Seeing-Tripp reichen meiner Meinung nach allerdings 2 Tage. Viel mehr gab es nicht zu sehen. Ansonsten war es sehr windig und im Nachhinein stellte sich heraus, dass San Francisco die teuerste Stadt auf unserer Reise war. Sowohl die Benzinpreise als auch sämtliche Produkte in Supermärkten.

In San Francisco sind wir nur mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren. In dieser Stadt ist das auf jeden Fall der bessere Weg. Die Parkmöglichkeiten sind eher begrenzt. Der 3-Tagespass für Bus, Bahn, etc. kostete gerade mal 20 $.

Am dritten Tag holten wir dann den Mietwagen ab. Ein SUV (Ford Escape). Klar, man könnte jetzt überlegen wozu man in der zivilisierten Welt mit jeder Menge Asphalt ein geländetaugliches Fahrzeug braucht. Naja, als Tourist mit einer größeren Tour, nichtwissend was auf einen zukommt, wollten wir eben auf Nummer sicher gehen. Spätestens in den Nationalparks wussten wir, dass die Idee gut war.

Unser Ziel war Los Angeles. Die Stadt der Engel, das Mekka der Stars. Auf dem Weg dahin machten wir einen kleinen Stopp in Cupertino. Das Apple Hauptquartier musste ich einfach sehen, wenn wir schon in der Nähe waren. Der Hype um Apple spiegelt sich allerdings überhaupt nicht wieder. Ein unscheinbares Bürogebäude und ein Apple-Store. Das wars. Aber Cupertino ist ein sehr schönes und gepflegtes Städtchen. Apple scheint eine Menge Gewerbesteuer zu bezahlen…

Dann ging es weiter. Natürlich nicht auf dem kürzesten Wege, wir nahmen den Highway 1. Die berühmte Straße, die direkt am pazifischen Ozean entlang führt. Der Ausblick während der Fahrt war unbeschreiblich schön. Strahlender Sonnenschein, Strand und Meer, was will man mehr?

Am Anfang des Highway 1 stand ein Schild, dass die Straße irgendwann nicht weiter geht. Wir dachten uns, die werden doch bestimmt eine Umleitung haben, wir fahren mal so lange bis es nicht mehr geht. Umleitungen gibt es aber wohl nur im geregelten und bürokratischen Deutschland. Hier kamen wir nach einiger Zeit an ein Schild „Dead End“. Wie sich später herausstellte gab es einen Erdrutsch weswegen die Straße gesperrt war. Also mussten wir umdrehen und ca. 30 km zurück fahren.

Kurz vor L. A. fuhren wir von der Interstate wieder runter Richtung Strand. Beschauliche Dörfer und Städtchen lagen vor uns. Mein Favorit: Carlsbad.

Wunderschön, klein und ruhig.

Von da ging es dann in die berühmteste Metropole der amerikanischen Westküste. Genauer gesagt nach Inglewood. Nicht gerade die beste Gegend, aber das Motel war schön günstig. Es hatte eher den Flair einer Jugendherberge. Aber egal, letztendlich war es nur die Schlafbasis für unsere Ausflüge.

Natürlich fuhren wir nach Hollywood. Der berühmte Walk of Fame, das Kodak Theatre, in dem die Oscar-Verleihungen stattfinden und natürlich die Ecke mit den Hand- und Schuhabdrücken der Stars. Trotz gemütlichen Schlenderns waren wir nach einer Stunde schon durch. Nächste Station Beverly Hills. Rodeo Drive und natürlich die edle Wohngegend. Erste Erkenntnis: Die Parkgebühren um Gucciläden und andere Designerboutiquen herum sind günstiger als in Heilbronn. So viel zum Autoland Deutschland. Natürlich sah alles so perfekt aus, wie man es aus den Filmen kennt. Gepflegte Grünanlagen, eine bis dato unbekannte Sauberkeit der Straßen und natürlich die Menschen, wie man sie in Beverly Hills erwartet. Neben verunstalteten Schönheits-OP-Opfern und Snobs waren natürlich auch hier sehr viele Menschen, die unter der eigenwilligen Nahrungsmittelindustrie der USA leiden. In der Wohngegend kam man aus dem Staunen nicht mehr hinaus. Villen so weit das Auge reicht.

Venice Beach, Malibu und Santa Monica standen in den nächsten Tagen auf dem Programm. Venice war noch verrückter als man es sich vorstellen kann. Da tummeln sich alle Arten von Menschen. Punks, Alternative, Menschen, bei denen die tätowierten Hautflächen den freien überwiegen.

Malibu war dagegen wiederum unspektakulär. Die netten Häuser wie aus „Two and a half men“ lagen direkt nebeneinander, deswegen gab es auch nur Privatstrände. Ansonsten nichts. Santa Monica war ein richtig putziges Städtchen. Sogar mit einer Art Innenstadt. Wobei es so etwas in den USA nicht zu geben scheint. „Lass uns in die Fußgängerzone gehen“, wurde zum Running Gag.

Dann ging es weiter nach San Diego. Mal schaun was es da so gibt. Natürlich wollten wir auch Whale Watching machen. Leider war das Wetter total mies und zu der Jahreszeit gab es keine Garantie, Wale zu sehen. Also beschlossen wir nach nur einer Nacht schon weiter zu fahren.

Wir fuhren nach Palm Springs. Mitten in der Wüste fanden wir dieses Städtchen. Also was die Städteplanung angeht gibt es in Deutschland keinen Vergleich. Die Amis haben da sehr viel Geschmack.

Aber außer 32 Grad und einem sehr starken Wind gab es für uns nichts zu unternehmen. Also fuhren wir einen Tag eher als geplant nach Las Vegas. Auch hier nicht auf dem schnellsten Wege, sondern über die berühmteste aller Straßen. Die Route 66.

Der Weg nach Vegas führte uns stundenlang durch Wüstenlandschaften und auch kurz durch einen richtigen Sandsturm. Ich bin den Amis einfach hinterher durch den Sandsturm hindurch gefahren. Eine Erfahrung, aber das erwartete Abenteuer war es dann doch nicht.

Nachts kamen wir nach Vegas. Der Blick auf die hellerleuchtete Spielermetropole war atemberaubend! Ich musste gleich an die Umwelt- und Stromdebatte in Deutschland denken. Atomausstieg, Strompreiserhöhung. Davon war in Amerika nichts zu spüren.

Also ab ins Hotel. Es war ein älteres Hotel in der Fremont Street. Dem alten Strip. Dieses kleine überdachte Sträßchen, gesäumt Hotels und Casinos, hat einen ganz besonderen Charme. Wer nach Vegas geht MUSS einfach mal in der Fremont Street vorbei gehen oder, so wie wir, direkt da wohnen.

Natürlich haben wir versucht, all die Hotels am neuen Strip zu erkunden. Wir waren im Luxor, im MGM, Treasure Island, Venitian und im Hooters. Die Show mit den Wasserfontänen vor dem Bellagio haben wir leider nur kurz gesehen.

Dann ging es weiter durch Death Valley Richtung King’s Canyon und Yosemite. Death Valley war im April noch nicht ganz so heiß, wie es die Legende berichtet. 50 Grad Celsius haben wir nicht erreicht. Aber immerhin 38. Meilenweit war nichts als Wüste und Steppe zu sehen. Vereinzelt standen verlassene Häuser mitten im Nichts. Meines Wissens war da auch nie was, von daher hab ich mich gefragt, wer kam auf die Idee hier überhaupt seine Häuschen hinzubauen.

Unser Plan, einfach quer rüber über die Pässe zu fahren wurde leider vom noch vorhandenen Winter zu Nichte gemacht. Also sind wir einen ordentlichen Umweg südlich um die Berge herum wieder auf die Westseite gefahren. Ein schmuckes Motel in Visalia war dann unsere Basis für einen Tagesritt durch den King’s Canyon. Mammutbäume, Schnee, saftige Wiesen und tiefe Schluchten. Ein Stück unberührter Natur mitten im hochmodernen Amerika. Einfach wunderschön. Hier hat es sich ausgezahlt einen SUV zu haben, da die Straßen nicht immer im besten Zustand waren.

Die dort ansässigen Tiere haben wir leider nicht zu Gesicht bekommen. Schwarzbären leben dort und natürlich allerlei Rotwild. O.K. ein graues Eichhörnchen lief uns über den Weg. Graue hatte ich bisher noch nicht gesehen, aber vielleicht war es auch nur alt :-).

Am nächsten Tag ging es dann in den Yosemite-Nationalpark. Im Vergleich zum King’s Canyon sehr enttäuschend. Landschaftlich bot er ähnliches, aber nicht ganz so schön. Wenn man sich nur einen Nationalpark heraus sucht, dann wäre meine Empfehlung eher den King’s Canyon zu nehmen.

Das Ende unserer Rundreise nahte. Der letzte Stop führte uns nach Sacramento, der Hauptstadt Kaliforniens. Von Sacramento war ich insoweit überrascht, weil es insgesamt ein eher beschauliches Städtchen war. Keine Hauptstadt, wie man es sich vorstellen würde. Es war auch die erste Stadt, in der wir keine Slums gesehen haben. Scheinbar lebt es sich hier wohl ausgeglichener als in den anderen Metropolen.

Das Capitol, in dem bis vor kurzem noch Arnold Schwarzenegger den Gouverneur mimte haben wir natürlich auch besucht. Sehr interessant. Vor allem, weil man fast überall hin konnte, während die Leute dort gearbeitet haben.

Ein weiteres Highlight war „Old Sac“, so etwas wie die Altstadt. Altstadt bedeutet hier natürlich nichts Mittelalterliches wie in Europa, woher auch. Hier sah alles wie im wilden Westen aus.

Dann ging es wieder nach San Francisco. Unseren letzten Tag nutzten wir, um über die Golden Gate Bridge zu fahren und noch ein paar Bekannte zu treffen, die einen ähnlichen Trip machten. Aber dann mussten wir an den Flughafen. Einchecken, abfliegen, die Holzklasse der Lufthansa verfluchen und das Herz in Amerika gelassen.

USA – I’ll be back, wie der Ex-Gouverneur in seinem bekanntesten Film sagte.

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