Raus aus der Melancholie oder wie man Probleme lösen kann

(Erstveröffentlichung am 01. August 2010)

Wer hatte noch nicht das Gefühl vor einer Wand zu stehen? Nicht zu wissen wie es weiter geht? Wer hat sich noch nie missverstanden gefühlt?

Diese Gefühle hatte jeder schon einmal. Sei es durch eine verpatzte Prüfung, Liebeskummer oder Krankheit. Eben immer, wenn eines oder mehrere Probleme auftauchen.

Man hat das Gefühl, die ganze Welt sei gegen einen. Ist sie es tatsächlich? Ist man selbst das Problem? Oder hat man gerade nur einen Mangel an Dopamin?

Man steckt in einer anscheinend ausweglosen Situation und kommt aus eigener Kraft nicht heraus. Niemand ist in der Lage oder bereit dazu zu helfen.

Selbstzweifel machen sich breit. Ist man nicht gut genug? Reicht es für den Job nicht? Kann man seiner Liebsten nicht genug bieten?

Das schlimme daran ist der Teufelskreis in den man sich unweigerlich begibt. Wenn man sich schlecht fühlt, hat man Konzentrationsschwächen, man wird unsicher in Dingen, die man Tag ein Tag aus beherrscht hatte. Und man zweifelt noch mehr an sich selbst.

Wie kommt man aber aus der gedrückten Stimmung wieder heraus? Sicher, der Zuspruch von Freunden tut gut, ist Balsam für die Seele. Aber man muss auch selbst etwas tun. Versuch mal Dich selbst aus einer neutralen Position zu analysieren, las ich mal. Klingt einfacher als gesagt. Aber es ist möglich.

Wenn man sich selbst und seine Situation analysieren will, ist es hilfreich so voran zu gehen, als würde man eine andere Person analysieren. Ganz sachlich Pro und Kontra aufschreiben. Ja, aufschreiben ist hier besonders wichtig. Das Geschriebene geht besser in den Geist.  Dies kann man, je nachdem wo das Problem liegt, sowohl für die privaten Charakterzüge machen als auch für berufliche Dinge. Wo liegen meine Schwächen und vor allem: Wo liegen meine Stärken? Der nächste Schritt sollte sein, dass man diese Dinge gegenüber stellt, um ein Grundgefühl zu bekommen. Obliegen die positiven Eigenschaften oder doch die negativen. Wo ziehen ich oder mein privates oder berufliches Umwelt mehr Vor- oder Nachteile daraus? Kommt man zu einem eher positiven Ergebnis, ist das schon ein sehr guter Schritt nach vorn. Aber egal wie das Ergebnis ausfällt, sollte man sich Gedanken über die negativen Eigenschaften machen. Insbesondere, wie man diese verbessern kann.

Ist man beispielsweise eher ein „Haushaltsmuffel“, dann kann man sich dazu zwingen, etwas im Haushalt zu erledigen. Eventuell reicht schon als Ansporn, nicht mehr das Gemecker des Partners hören zu müssen. Natürlich wird man von einmal Geschirr spülen nicht gleich zum Ritter geschlagen. Aber aufmerksame Partner merken, dass sich da was tut. Also durchhalten! Natürlich nerven Dinge, die man ungern erledigt, sehr. Aber letztendlich ist den Müll runter bringen nicht gerade der Iron Man.

Wenn man beruflich am Scheideweg steht hilft es gerade seine Stärken hervorzukehren und sich diese immer wieder vor Augen zu halten. Wenn man selbst daran glaubt strahlt man das auch aus. Das merken sowohl Kollegen als auch Vorgesetzte. Oder der neue Chef, wenn man in einem Vorstellungsgespräch sitzt. Die Schwächen heißt es zu verbessern. Wenn man etwas chaotisch und unorganisiert ist kann man sich Hilfsmittel einrichten. In Outlook Termine einrichten, Post Its, etc.

Macht Euch grundsätzlich klar wo Eure Stärken sind. Kommt ihr in Drucksituationen nicht ins Schleudern? Sicher, es gibt viele, die unter Druck arbeiten können. Aber nur wenige, die trotzdem Ruhe bewahren, sich den Druck nicht anmerken lassen und durch richtige und kreative Entscheidungen hervorstechen. Wenn man mal erkannt hat, dass man so ein Typ ist, so wird sich hier das Potenzial sogar steigern. Durch das gewonnene Selbstbewusstsein wird man noch besser in solchen Momenten.

Finde heraus, was Dich verunsichert! Wo liegt das Problem? Man muss das Problem zunächst als solches erkennen, um dagegen vorzugehen.

Was ist, wenn man von einem Problem derart mitgenommen wird, dass man sogar Schlafprobleme bekommt. Wie begegnet man Problemen, die einem die Luft abschnüren und den Magen umdrehen?

Auch hier gibt es ein recht einfaches System. Je mehr Routine man mit diesem System hat, desto besser kommt man mit künftigen Problemen klar.

  1. Das Problem muss analysiert werden. Auch hier hilft die Betrachtung von außen. Stellt Euch vor ein Freund hätte das Problem und ihr wollt ihm helfen.
  2. Überlegt Euch die möglichen Konsequenzen. Was kann schlimmstenfalls passieren?
  3. Könnt ihr mit der schlimmsten Konsequenz leben? Dann akzeptiert sie! Freundet Euch mit dem Worst Case an. Wenn ihr vor dem schlechtesten Ausgang keine Angst mehr habt und damit leben könnt. Dann seid Ihr quasi schon durch.

Natürlich ist das kein Allheilmittel. Denn oft kann man die einzelnen Punkte nicht sachlich genug durchdenken oder –ziehen.

Aber genau das ist der Knackpunkt. Je neutraler man an die Punkte 1-3 ran geht, desto besser wird das Ergebnis sein.

WICHTIG:

Falls eine Melancholie etwas länger andauert, man eine melancholische Grundstimmung hat oder gar erste Symptome eines Burnout Syndroms oder einer Depression spürt – auf keinen Fall auf die leichte Schulter nehmen! Dies ist auch kein Ratgeber für diese Menschen. Leute, die an so was leiden MÜSSEN professionelle Hilfe aufsuchen! Falls es keinen Termin bei einem Kassenarzt (Psychologen) gibt, dann nehmt ein paar Euro in die Hand und bezahlt eine Stunde aus eigener Tasche, um evtl. bei einem Arzt, der sonst nur Privatpatienten annimmt wenigstens eine Stunde zu bekommen. Oft kann hier schon eine Diagnose oder zumindest eine Teildiagnose gestellt werden.

In diesem Sinne: Gute Besserung oder einfach viel (mehr) Spaß (am Leben).

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