Liebe

(Erstveröffentlichung am 01. August 2010)

Was ist Liebe eigentlich? Eine Ausschüttung bestimmter Hormone, die ein besonderes Gefühl hervorrufen? Ist es eine Sinnestäuschung – „blind vor Liebe“?

Oder ist es völlig egal, was es ist, Hauptsache man hat und lebt sie? Mir ist es egal, wie die Erklärung dazu lautet. Liebe ist das beste Gefühl, das man empfinden kann! Mit nichts zu vergleichen.

Das trifft es wohl am besten:

“Die weltweit beste Definition von Liebe ist nicht soviel wert, wie der Kuss eines Mädchens, das du liebst.” Joaquim Maria Machado de Assis

Jeder empfindet Liebe anders. Für den einen ist es eine Antriebsfeder, ein Energieschub für den anderen ist es eher der Ruhepol, sie holt einen von der Hektik des Alltags wieder runter. Manchmal ist es nur ein kleiner Augenblick, den man gern bis zur Unendlichkeit auskosten möchte. Wie in einem Liebesfilm, wenn die Zeitlupe einsetzt. Die gibt’s leider nicht im echten Leben. Also muss man diese Momente so intensiv wie möglich genießen. Manchmal erinnert man sich auch an Situationen, die man im Nachhinein als Liebe bezeichnet.

„Das ist mein Mann!“ Sagte sie laut und stolz, als er beim Bowling einen Strike warf. In dem Moment nur ein lustiger Spruch, im Nachhinein doch ein erhebender Moment. Die Frau, die man liebte war stolz auf einen.

Jeder lebt die Liebe anders. Viele wollen oder können sich nicht so einfach auf einen anderen Menschen einlassen. Aber genau das ist das Geheimnis. In der Liebe muss man sich komplett öffnen, sich fallen lassen. Nur dann, wenn man am verletzlichsten ist, dann kann man Liebe am besten spüren. Eine gefährliche Sache! Keine Frage. Am Anfang in der Kennenlernphase versucht man ja den Partner noch irgendwie zu beeindrucken. Sich interessant zu machen. Also alles wie im Alltag, man „verkauft sich gut“. Man muss es nur irgendwann schaffen, sich dann doch zu öffnen.

Der Spruch „in guten wie in schlechten Tagen“ wird zwar immer nur bei Eheschließungen verwandt, aber genau diesen Spruch sollte man sowohl bei guten Freunden beherzigen, als auch in einer Beziehung ohne Trauschein.

“Man liebt einen Menschen nicht wegen seiner Stärke, sondern wegen seiner Schwächen.” Tilla Durieux

Das Problem ist nur, dass keiner seine Schwächen zugeben will. Jedenfalls nicht am Anfang. Allerdings könnte die Schockwirkung umso größer sein, wenn man den starken, unverletzbaren Titan mimt und dann doch mal wegen einer anderen Geschichte unter Tränen zusammen sinkt. Kommt ein Partner damit nicht klar, wird aus dem unverwüstlichen Helden plötzlich doch das Weichei. Leider ist nicht jeder Partner in der Lage Graustufen zu erkennen und sieht nur schwarz und weiß.

Gibt man sich von Anfang an so wie man ist, könnte es sein, dass man beim Kennenlernen nicht interessant genug ist… ein Teufelskreis…

Aber dennoch:
“Was wir auch in dieser Welt erlangen mögen, ist doch die Liebe das höchste Glück.” Phillip Otto Runge

Also streben wir danach. Manche verwechseln es mit Anerkennung oder nehmen Lob als „Ersatz-Droge“. Die Zufriedenheit, das Glück, die innere Ruhe, die man aber empfindet, wenn man seinem Partner in die Augen blickt und genau weiß, sie / er empfindet für mich genauso, ist mit keinem Lob der Welt zu erreichen.

Die kleinen Momente sind oft die schönsten. Sie schläft, ich bin noch wach und drehe mich zu ihr, nur um sie anzuschauen. Eigentlich nichts Besonderes. Aber wie sie friedlich da liegt, evtl. sogar ein bisschen schnarcht – bei ihr ist das süß, bei uns Männern ein Aufreger, wenn wir wieder die Sägewerksmeisterschaften austragen… als ob wir das mit Absicht täten – der Duft ihrer Haut oder ihres Haars. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl. Ich versuche es erst gar nicht zu beschreiben. Jeder der solche Momente schon mal erlebt hat, weiß von was ich spreche.

Ich weiß nicht, ob es Unterschiede zwischen Mann und Frau gibt, was dieses Empfinden angeht. Für mich war es immer wichtig, sie glücklich zu machen. Ihre Freude, das Funkeln in ihren Augen war mir Dank genug. Gegenrechnen, wer was bezahlt hat, sei es beim Essengehen oder beim Wert der Geburtstagsgeschenke, halte ich für absoluten Quatsch. Natürlich entwickelt sich zumindest anfangs ein kleiner Wettstreit, den anderen beim nächsten Geschenk wieder zu übertrumpfen.

Aber andererseits ist das überhaupt nicht nötig. Natürlich freue ich mich wie jeder Mensch über Geschenke. Seien es Dinge, die ich mir schon länger wünsche oder eine Überraschung. Letztendlich hätte es mir aber auch gereicht, wenn wir uns einfach nur von allen Pflichten kurz verabschiedet und die Zeit um uns herum bei einem innigen Kuss vergessen hätten. Das Gefühl, das aussagt: „Ich bin glücklich, dass Du an meiner Seite bist!“

“Liebe ist das einzige, was wächst, indem wir es verschwenden.” Ricarda Huch

Oft heißt es, wenn man täglich „ich liebe dich“ sage, verliere es an Wirkung. Warum sollte das so sein? Schwachsinn. Wenn ich meine Liebste jeden morgen in den Arm nehme, ihr in die Augen blicke und sage, dass sie für mich das wichtigste auf der Welt ist. Dann meine ich das auch so. Wenn sie mir vertraut und sich mir emotional öffnet, versteht sie es auch und meine Worte werden nicht an Stärke verlieren.

Wichtig ist, dass sich beide öffnen, sich von ihrer verletzlichsten Seite zeigen, so dass der Partner genau Bescheid weiß. Für Frauen eher weniger das Problem. Sie zeigen verschiedene Emotionen recht schnell, weil es normal ist. Ich möchte nicht wissen, wie viele erste Dates in Titanic mit Tränen endeten. Hat es der neuen Beziehung geschadet? Bestimmt nicht. Vielleicht wenn er die Tränen vergoss. Nicht jede Frau fährt darauf ab, wenn ein Mann beim ersten Date seine weichste Seite zeigt.

An alle, die einen Partner haben: Nehmt sie / ihn heute, morgen und an jedem weiteren Tag einfach so mal in den Arm und küsst sie / ihn. Es bedarf wenig Worte, nur das Gefühl muss stimmen. Spürt und lasst es Euren Partner spüren: Das stärkste Gefühl der Welt – die Liebe.

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